Am Nachmittag des 14.12.2009 tagte der Senat der Hochschule Niederrhein in Krefeld.
Auf der Tagesordnung standen unter anderem das Stimmverhältnis der Studierenden im Senat und das "Redeverbot für Gäste der Senatssitzung", wie es während der letzten Sitzung indirekt ausgesprochen wurde.
In Form eines "stummen Protestes" machten Studierende auf ihren Wunsch, im Senat sprechen zu dürfen (hierbei geht es nicht um Wahlrecht!) aufmerksam: Mit schwarzen Gaffa-Tape überklebten sie ihre Münder und nahmen an der Hochschulöffenltichen Sitzung teil. Zudem platzierten sie vor der Sitzung ein Transparent mit der Aufschrift "500€ sind nicht sozial verträglich".
Reaktionen: Die Senatoren und Dekane der HSNR zeigten nur geringe Reaktionen, einige schmunzelten, andere ignorierten die Gäste. Der zukünftige Rektor der Prof. Dr. von Grünberg grinste im Vorbeigehen ein "Gut sehen sie aus!". Die anwesende Presse zeigte sich jedoch angetan und fotografierte Studierende mit Banner und Knebel, bevor sie den Raum verlassen mussten.
Eine geänderte Stimmverteilung wurde seitens des Senats mit dem Hinweis auf rechtliche Rahmenbedingungen abgelehnt. Da die Dozierenden per Gesetz die beschlussfähige Mehrheit bilden müsse und die restlichen Stimmen auf Studierende und Mitarbeiter der Hochschule verteilt werden müssten, sei eine Änderung hier kaum möglich.
Zum Thema Redeverbot ließ der Sitzungsleiter verlauten, er sehe die Ordnung der Senatssitzung gefährdet, wenn jeder Gast sprechen dürfe und verwies auf die Möglichkeit, die eigenen Anliegen im Voraus dem AStA mitzuteilen, der diese dann ja vertreten könne. Von einem Redeverbot sei zudem nie die Rede gewesen, ein solches gebe es nicht - es gebe allerdings auch kein Rederecht! Es sei durchaus möglich, fachkundige Studierende zu bestimmten Themen vorsprechen zu lassen, wenn diese diesen Wunsch frühzeitig beim Sitzungsleiter äußerten. Das spontane Einbringen von Studierenden innerhalb dieser Sitzung wurde, wie nahezu erwartet, abgelehnt.